ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Dokumentation eines Disputs

Professor Pfeiffer kann es nicht lassen

Am 22. November 2006 attackierte Prof. Dr. Christian Pfeiffer ein weiteres Mal die Kinder- und Jugendarbeit. Eigentlich sollte diese Seite Ende 2006 vom Netz gehen, da wir die Vorkommnisse für befristet relevant hielten. In der Sendung "Hart, aber fair" des Westdeutschen Rundfunks (3. Fernsehprogramm) am 22. November 2006 sagte er:

„Unser System ist nicht darauf eingestellt, den Gescheiterten wirklich effektiv zu helfen. Wir sind jetzt so leistungsfixiert durch PISA – da müssen wir ganz stark werden, da kämpfen alle drum – und wir erzeugen zu viel Verlierer in unserem Schulsystem. Das kann anders laufen, und dazu braucht man ganz sicher … kleinere Klassen, mehr Menschen, die darauf beruflich vorbereitet sind: Psychologen, Sozialarbeiter. Wenn ich eine Vision entwickeln darf: Wir haben soviel Sozialarbeiter, die in Freizeitheimen und in Jugendzentren arbeiten. Beide Einrichtungen bräuchten wir gar nicht, wenn wir funktionierende tolle Ganztagsschulen hätten. Und bitte: Alle Sozialarbeiter in diese Ganztagsschulen rein! Dann hätten wir sie für alle erreichbar und nicht nur für bestimmte Subgruppen, die sich ein bestimmtes Freizeitheim gepachtet haben und keine anderen mehr reinlassen.“

 In Absprache mit Professor Dr. Benedikt Sturzenhecker von der Fachhochschule Kiel haben wir uns am 1. Dezember 2006 darauf verständigt, diese Seite und ihre Unterverzeichnisse vorerst weiter laufen zu lassen. Für unsere Seite schrieb er am 8. Dezember 2006 den Beitrag "Jugendarbeit ausbauen statt an Ganztagsschule verlegen!". Auf unserer Seite Ende 2006: Die "Affäre" geht weiter finden Sie eine korrigierte Version vom 12. Dezember 2006. Vorher bereits kursierende Varianten verlieren mit dieser Neufassung ihre Gültigkeit.

Dortmund, 15. Dezember 2006

 
Besuchen Sie uns bald wieder!

Ihre NAGEL-Redaktion

 

Nachtrag vom 3. September 2007:

Heute war Prof. Dr. Christian Pfeiffer im Rahmen der Wissenschaftstage des örtlichen Gymnasiums in Meschede/Hochsauerlandkreis. Er sprach dort in der Stadthalle. Aus dem Publikum wurde er darauf hingewiesen, dass freiwillige Teilnahme in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit hervorragend funktioniere; darüber hinaus habe jene einen eigenständigen Auftrag (außerhalb der Schule). Christian Pfeiffer entgegnete unter anderem, er wolle sich gar nicht mit der Kinder- und Jugendarbeit anlegen. Weiterhin führte er aus, dort werde gute Arbeit gemacht. Anwesende Kolleg(inn)en vermuten einen "leichten Gesinnungswandel".

 

Im Folgenden sowie in den Unterverzeichnissen zu dieser Seite können Sie sich darüber informieren, was bislang geschah.

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In unserem "Extrablatt 2/2006" (ABA-Informationsdienst) hatten wir zuerst die Vorkommnisse, die vom Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), Prof. Dr. Christian Pfeiffer, ehemaliger Justizminister in Niedersachsen, ausgelöst wurden, dokumentiert. In den Folgetagen erreichten uns etliche Reaktionen. Auf Initiative von Dr. Werner Lindner vom Landesjugendamt Niedersachsen, Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker (Fachhochschule Kiel) und Prof. Dr. Albert Scherr, Pädagogische Hochschule Freiburg, wurde ein Offener Brief verfasst, den innerhalb weniger Tage 1.000 Fachleute unterschrieben haben. Um die Affäre „abzuschließen", haben wir dies erneut in unserem "Extrablatt 4-2006" dokumentiert.

Allerdings reißen die Reaktionen nicht ab. Deshalb haben wir entschieden, diese – vermutlich zeitlich befristete – Internet-Seite einzurichten.

In Kürze wird sich die pädagogische Fachpresse mit dem Thema befassen. Gedruckt leider ist gedruckt. Und niemand hat mehr die Möglichkeit, sich noch als Unterzeichner unter den Offenen Brief einzutragen. Hier allerdings können Sie es tun! Das Internet bietet da andere Möglichkeiten. Wenn Sie den Offenen Brief mittragen wollen, schicken Sie bitte eine E-Mail an aba@ABA-Fachverband.org, und wir ergänzen die Unterschriftenliste hier im Netz.

Hier unsere Vorbemerkung zu der Affäre:

Am 18. Januar 2006 berichtete die Presse über eine Studie, die vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in elf westdeutschen Städten durchgeführt wurde. In der Studie wurde ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fernsehen und anderen Medien und der Sozialisation von Kindern aufgezeigt. Den Inhalt der Studie kann man nachfolgend noch einmal lesen.

Auf den ersten Blick konnte man meinen, die Studie sei eine Steilvorlage für eine Reihe von Konzepten der Kinder- und Jugendarbeit; wäre sie auch, wenn der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Christian Pfeiffer, sie nicht selbst ad absurdum geführt hätte. Dies tat er in einem Interview, das er der „taz“ am 20. Januar 2006 gab, ebenfalls im Folgenden nachzulesen.

In einer ersten Reaktion konterte der Kollege Norbert Kozicki in Form eines Offenen Briefs an Christian Pfeiffer, der zuerst auf den Internet-Seiten des Falken Bildungs- und Freizeitwerks NRW zu finden war (und ist). Auch dieser Brief kann hier nachgelesen werden.

Am 2. Februar 2006 meldete sich Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker mit einem Schreiben zu Wort, das er auch im Namen von Dr. Werner Lindner vom niedersächsischen Landesjugendamt und Prof. Dr. Albert Scherr von der Pädagogischen Hochschule Freiburg verschickte. Dieses Schreiben richtet sich an Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft und der Praxis der Kinder- und Jugendarbeit. Mitgeteilt wird, dass der Entwurf eines Offenen Briefs der drei Kollegen von einem möglichst breiten Bündnis getragen werden solle. Das Anschreiben sowie der Entwurf des Offenen Briefs sind ebenfalls hier nachzulesen.

Wir rufen alle, die von der Qualität der Kinder- und Jugendarbeit überzeugt sind, dazu auf, sich bei Werner Lindner zu melden, um dieses Vorhaben zu unterstützen.

ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Im Rahmen dieser Dokumentation, die sich seit Anfang 2006 im ABA-Netz befindet, stehen Ihnen noch folgende Unterseiten zur Verfügung:

Extrablatt 2/2006 des ABA Fachverbandes zu den Vorfällen
Extrablatt herunterladen

Dumm vorm Fernseher (WAZ-Artikel vom 18. Januar 2006)

Pfeiffers Interview in der "taz" ("taz" vom 20. Januar 2006 - Der Beginn einer "Affäre")

Eine erste Reaktion (Norbert Kozicki, stellvertretender Vorsitzender der AGOT-NRW)

Ein akademischer Aufruf

Der Offene Brief

Die Unterschriften

BAG Praxisämter/-referate zum Thema

Schreiben von Prof. Dr. Johannes Fromme an Dr. Werner Lindner

Pressemitteilung des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW vom 10. Februar 2006

Dr. Eckhard Schiffer zum Thema

Kinder- und Jugendring Bonn zum Thema

AGJ-Vorsitzender: Kritik an Pfeiffer in der "taz" vom 6. März 2006

Was bleibt? Kommentar von Dr. Werner Lindner

Ende 2006: Die "Affäre" geht weiter

Killerspielalarm in Deutschland

 

 

Überführung ins ABA-Internet-Archiv: 18. März 2008

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17. Juni 2013 (cr)

 

ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.| Clarenberg 24 | D-44263 Dortmund | e-mail: ABA@ABA-Fachverband.org