ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Sicherheit auf Spielplätzen

 

Übungsleiter-Lizenz

Immer wieder erreichen den ABA Fachverband Anfragen, ob für den Einsatz - vor allem sportlicher - Geräte (etwa einem Trampolin) eine Übungsleiter-Lizenz erforderlich ist. Dies ist grundsätzlich nicht der Fall. Bei einer Übungsleiter-Lizenz handelt es sich nicht um ein staatliches Dokument. Von daher gibt es keine gesetzliche Voraussetzung für die Durchführung von Aktivitäten, Übungsstunden usw. Hieraus kann abgeleitet werden, dass ein Veranstalter auch ÜbungsleiterInnen beschäftigen kann, die über keine Lizenz verfügen bzw. deren Nachweis abgelaufen ist. Aus dieser Tatsache entsteht nicht automatisch ein Grund für eine Haftung des Veranstalters im Schadensfall; auch nicht, wenn ein solcher von der/dem Beschäftigten verursacht wurde.

Allerdings: im Schadensfall kommt es zu einer Verschärfung der Beweislast für den Veranstalter.

Beim Einsatz lizenzierter ÜbungsleiterInnen gehen die Gerichte zunächst einmal davon aus, dass der Veranstalter mit Kenntnisnahme (Vorlage) der Lizenz überprüft hat, dass die/der Beschäftigte fachlich in einer Weise qualifiziert ist, dass sie/er die Durchführung der Aktivität ohne Schäden Dritter organisieren kann. Beim Einsatz von Beschäftigten ohne Lizenz muss der Träger der Aktivität auf jeden Fall vor dem ersten Einsatz sorgfältig überprüfen, ob die/der Beschäftigte ohne Lizenz über entsprechende Fachkenntnisse und Sachkompetenz verfügt. Im Schadensfall muss er zusätzlich nachweisen, dass der Unfall auch beim Einsatz eines lizenzierten Verantwortlichen geschehen wäre.

Versicherungen verweigern in der Regel grundsätzlich nicht die Zahlungen im Haftungsfall - auch wenn keine Lizenz vorliegt. Nur - wie bereits betont - wird das Gesamtverfahren durch die Umkehr der Beweislast deutlich verschärft.

Empfehlung des ABA Fachverbandes: Zur eigenen Sicherheit sollte der Träger darauf achten, dass nach Möglichkeit lizenzierte MitarbeiterInnen eingesetzt werden.

Im Schulbereich sind viele Dinge per Erlass geregelt. Für erwähntes Beispiel - Trampolinspringen - existiert beispielsweise folgender Runderlass des Kultusministeriums NRW vom 14. Mai 1975 (GABl. NW, S. 363):

"Trampolinspringen in Schulen"

Auf die besondere Aufsichts- und Sorgfaltspflicht der Lehrer bei Einsatz des großen Trampolins und des Absprungtrampolins weise ich hin.

Die Besonderheit des Trampolins besteht gegenüber anderen Turngeräten in der erhöhten Eigenschwingung, die dem Schüler anfangs unbekannt ist und an die er sich erst anpassen muss. Es ist daher das Trampolinspringen methodisch sehr sorgfältig vorzubereiten und beim Üben die Aufsichtspflicht besonders zu beachten. Es sollte nur der Lehrer mit dem Trampolin arbeiten, der sich selbst mit diesem Gerät vertraut gemacht hat."

Qualifizierungslehrgänge bietet der Rheinische Turnerbund an.

Rheinischer Turnerbund
Dieter Weymanns
Postfach 20 07 45
51437 Bergisch Gladbach
Telefon 02202/2003-27 (Zentrale 02202/2003-0)
Telefax 02202/2003-90
weymanns@rtb-internet.de

Die Rheinische Landesturnschule ist in der
Paffrather Straße 133
51465 Bergisch Gladbach

Die NAGEL-Redaktion

Juli 2003

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