ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Abenteuerspielplatz Konzenstraße, Mönchengladbach



1975

Gründung durch eine Bürgerinitiative (besteht 2011 also 36 Jahre)


Damals


Schwer was los in den 1970er-Jahren

 

Heute

Einer von insgesamt fünf städtischen Abenteuerspielplätzen in Mönchengladbach

 

Träger

Stadt Mönchengladbach, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie

 

Konzept

Kostenlose Offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche von 6–16 Jahren, ganzjährig – überwiegend draußen

 

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 14.00-18.00 Uhr, im Winter von 14.00-17.30 Uhr, in den Ferien 11.00– 18.00 Uhr

 

Besucher

Ca. 35-45 Stammbesucher (35 Kinder, 10 Jugendliche), viele sporadische Besucher, Gruppen, Schulen, Kitas usw., darüber hinaus täglich wechselndes Publikum, häufig aus Einwanderungsfamilien. In den Ferien häufig Kinder aus dem erweiterten Umfeld (15-20 km), Kinder unter 6 Jahren nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten und nach vorheriger Abgabe eine Anmeldeformulars.


Geschlechter

Vermehrt Jungen, aber auch viele Mädchen, Altersschwerpunkt 8-12 Jahre


Schwerpunkte

Förderung zur aktiven, konstruktiven Freizeitgestaltung u. a. durch die Errichtung von unterschiedlichen „Spielecken“ und die Zuverfügungstellung unterschiedlicher, meist wertfreien Materialien, Alternativen zu Medienangeboten, gesunde Ernährung und Bewegung, Kreativitätsförderung, Förderung von Sozialverhalten, Toleranz, Partizipation, Konzentration, außerschulisches, altersgemischtes Lernen (generationsübergreifend), Lernen ohne Bewertung und Benotung.

 

Einrichtung

Ca. 3.600m² offene Grundfläche (da die Fläche relativ klein ist, wird alles nach Möglichkeit multifunktional  eingerichtet. So dient z. B. die Kettcar-Garage gleichzeitig als Tribüne. Die Bühne, die Kettcarbahn und die Kletterlandschaft wurden so installiert, dass sie ins Rollenspiel mit einbezogen werden können.).




Aufgeteilt ist der Platz in diverse Bereiche:

Tier- und Naturbereich

● Rückzugsmöglichkeit;
● Ställe für Kaninchen und Katzen;
● seit 2009 großes Außengehege für die Kaninchen, um diese gesellig zu halten;
● Kräuterspirale;
● Gemeinschafts- und Einzelbeete für kleinere Kindergruppen;
● kleiner Teich mit Fröschen und Fischen;
● Insektenhotel;
● Weidentipi;
● Kompostieranlage;
● Hundertwasserweg.

 


Baubereich

● Diverse Budenplätze;
● Gemeinschaftsbude (Übungsbude);
● kleine Holzlager für Besucher zum Bau von eigenen Buden usw.;
● Feuerstelle;
● Materialschrank mit Koch- und Grillgeschirr, Töpfen, Pfannen, Besteck usw.;
● Steindepot zur Errichtung von kleinen Feuerstellen;
● schwenkbarer Galgen für einen großen Suppentopf oder Grillrost;
● großes Brennholzlager;
● Pavillon als Anlaufstelle für Gruppen (z.B. offene Ganztags- und andere Schulen, Geburtstagsfeiern usw.);
● Platz für Gemeinschaftswerke im Rahmen von Projekten, wie Burg (Ritterburg, Geisterburg usw.), Schiff (Piratenschiff, Robinson, Segelschiff, Eine Reise um die Welt …)


Freispielbereich

● Werkzeugausgabe (Bauwagen) und offene Außenwerkstatt (überdachter Vorbau);
● Billardbude mit überdachter Sitzecke z.B. für Kreativ- und Spielangebote (ca. 20 qm kleines, beheizbares Holzhaus, welches per Pfand ausgeliehen werden kann);
● Spielbude mit Tischtennisplatte, Kicker, Möglichkeit, Musikanlage auszuleihen usw. – wird auch für Discos, größere Besprechungen u.a. genutzt (ca. 40 qm großes beheizbares Holzhaus, das per Pfand ausgeliehen werden kann);
● Rollenspielwagen mit vorgebauter Bühne umgeben von einer Kettcarbahn; die Kettcars werden oft – ebenso wie die Bühne und die nebenstehenden Türme – mit ins Rollenspiel eingebunden (Bauwagen per Pfand auszuleihen);
● Kettcarbahn und Kettcarfahrschule;
● Catchbude;
● Wasserbecken (kleine, umrandete Betonfläche, leider ohne funktionierenden Abfluss);
● Spielplatzhaus (beheizbares, festes Holzhaus, ca. 70 qm groß, mit Büro, Küche, Gruppenraum);
● verschiedene kleinere Lager.

 

Personal

Eine hauptamtliche Fachkraft (Erzieherin) 38,5 Std., diverse freie Mitarbeiter(innen), meist Sozialpädagogikstudenten der Hochschule Niederrhein, täglich 2,5 Mitarbeiter(innen) im Wechsel, mindestens 2 Mitarbeiter täglich.


Personalführung der Freien Mitarbeiter

Zur besseren, gerechteren Arbeitsaufteilung sind die freien Mitarbeiter für einzelne Bereiche – wie z. B. für die Küche, den Tier- und Naturbereich, den Bau- oder den Freispielbereich – zuständig und tragen hierfür die Hauptverantwortung. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit – je nach Interesse, Fähigkeiten, Engagement und Belastbarkeit planen die freien Mitarbeiter zusätzliche Projekte – tragen die Verantwortlichkeit für bestimmte Materialien wie die Herausgabe von Bastelmaterialien und Farben, für Werkzeug usw. und führen außerdem Ausflüge und Ferienfreizeiten u.ä. selbstständig durch.

 

Schwerpunkte/Mottos

● Gemeinsam können wir viel bewegen, sind wir stark, einer für alle – alle für einen!

● Hilf mir, es selbst zu tun (nach Maria Montessori)!

● Leben und leben lassen!

● Nicht über-, sondern miteinander reden!

● Gemeinsame Lösungen suchen und umsetzen!

● Der Weg ist das Ziel!

Spielräume = Spielträume: Ausgestattet mit unterschiedlichen, kostenfreien Materialien regen diese zum eigenständigen, selbstverwirklichten Spiel an.

Je strukturierter und harmonischer der Tagesablauf gestaltet wird, je eigenständiger und verantwortungsvoller die Besucher sich auf dem Platz bewegen, desto mehr Freiräume haben die Betreuer für die Beschäftigung mit „Problemkindern“, die Integration von Besuchern, für Gespräche mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Ehrenamtlichen, das Setzen zusätzlicher Impulse u.a.m.

Ziel ist es, Kindern, Jugendliche, Eltern und Ehrenamtlichen einen Platz zum Miteinander zur Verfügung zu stellen und gemeinsam mit den Mitarbeitern eine solidarische Einheit zu bilden.

 

Lage

Mönchengladbach-Eicken, ruhige, verkehrsberuhigte Seitenstraße, etwas versteckt in einem Wohngebiet, Gewerbeeinheit angrenzend

 

Infrastruktur

Mehrere Schulen und Kindergärten in der Umgebung, zahlreiche Wohnparks, Gewerbeeinheiten, angrenzende Hauptverkehrsstraßen, zentrumsnah (ca. 10 Gehminuten), mit öffentlichen Personennahverkehr gut zu erreichen, ausreichende Parkmöglichkeiten.

 

 

Sozialstruktur

Viele alleinerziehende Mütter und Väter, kinderreiche Familien, Familien, bei denen oftmals bereits Kontakt zum Jugendamt besteht, Migrant(inn)en, Ausländer(innen), Einkommensschwache, arbeitssuchende bzw. arbeitslose Elternteile.


Kooperationen

Schulen, Hochschule Niederrhein, Kindergärten, andere Abenteuerspielplätze, Jugendzentren, offene Ganztagsschulen, kirchliche Träger – Der Abenteuerspielplatz Konzenstraße ist in verschiedenen Netzwerken vertreten (z.B. ABA-Regionalarbeitsgemeinschaft, Netzwerk Jugend, Arbeitskreis Eicken).

 

Förderverein

Gegründet 1997 zur Unterstützung der Projekte auf dem ASP

 

Besonderheiten

Tier- und Naturbereich

● 2011 nach 2 Jahren Bauzeit neu gestaltet;
● 12 Kaninchen, 2 Meerschweinchen, 5 Katzen (Paten gesucht!!!);
● Gartenbereich wurde komplett überarbeiten und wird nun zusammen mit den ● Kindern bepflanzt und bewirtschaftet.



Kettcarfahrschule

● Angelegt als Rollenspiel, bei dem grundsätzliches Verkehrswissen spielerisch vermittelt wird.
● Es gibt mittlerweile eine Tankstelle, eine Bushaltestelle, zwei Verkehrsschilder (Vorfahrt & Vorfahrtachten).
● Die Kettcars dürfen nur mit einem Führerschein alleine gefahren werden. Die Führerscheine müssen vorzeigbar sein. Bisher gibt es 200 Führerscheinbesitzer.
Bei Fehlverhalten gibt es Strafpunkte, ab einer gewissen Punktzahl kurzfristiger Entzug des Führerscheins.
● Es gibt drei unterschiedliche Führerscheine (für Kettcars mit Vorderradantrieb und Lenkrad, für hinterradbetriebene Kettcars mit Lenkstange und für Anhänger mit Personenbeförderungsschein).
● Seit den Herbstferien 2010 werden Kinder zu Fahrschullehrern/-Lehrerinnen ausgebildet.




Catchbude zum Austoben

Ein gern genutztes Angebot, z.B. um überschüssige Energie zu kanalisieren.


Themenbezogene Projekte

Wikinger, Steinzeit, Indianer, Ritter usw.; dies z.B. mit Schulen und anderen Einrichtungen wie der Feuerwehr, einem Zirkus)

Mehrtägige Ferienfahrten

Kanufahrten, „Survival“-Fahrten, Zeltlager, Jugendherbergen


Bauprojekte/Umbauten/Verschönerungen

Durchgeführt mit einfachsten Materialien und viel ehrenamtlichem Engagement. Um die Identifikation mit den Projekten und das Miteinander zu fördern, wird jeder – also Kinder, Jugendliche, Ehrenamtliche, Eltern, Betreuer(innen) – je nach Fähigkeiten mit einbezogen. Projekte werden angestoßen durch Beobachtungen und anschließend gemeinsam entwickelt und umgesetzt.


Großes Halloweenfest

Einmal jährlich stattfindende Großveranstaltung mit bis zu 120 Besuchern und zahlreichen Gruseleinlagen – ins Leben gerufen/installiert durch Eltern des Elterncafés.



Aktionsnacht

Platzübernachtung auf dem Abenteuerspielplatz in Zelten oder eigens gebauten Buden.


Kochprojekte


Gesunde Kochangebote – teilweise gespendet, schwerpunktmäßig innerhalb der Schulferien.
Kunstprojekte/Kreativangebote/Ausstellungen
Wechselnde Kreativangebote, jährliche Ausstellungen und Kooperationen mit Künstlern.



Fassadenmalerei

Verschiedene Künstlern stehen/standen hier „Pate“, wie Klee, Hundertwasser, Miro …




Feuer

Seit 2008 müssen Feuer nach 1.600 Uhr bei einer benachbarten Firma 14 Tage vorher schriftlich angemeldet werden (nach einem juristischen Vergleich). Dementsprechend gibt es eine gewisse Anzahl von Feuern pro Jahr und Ferien. Bei Nichtbeachtung der Auflagen kann ein einmonatiges Feuerverbot  verhängt werden. Gemeinsames Feuer zum Grillen, Kochen, Stockbrot backen und aufwärmen.

 

Je nach Fähigkeiten der freien Mitarbeiter gibt es schwerpunktmäßige Projekte wie:

Feuerparcours

Erlebnispädagogisches Angebot: Die Kinder bauen die Hindernisse selbst und müssen anschließend den entzündeten Parcours durchlaufen und lernen so, die Gefahren besser einzuschätzen.

Skaten

Skateangebot eines Mitarbeiters für vorwiegend jugendliche Teilnehmer mit eigens hergestellten Hindernissen.

 

Außerdem:

Elterntreff

Einmal monatlich treffen sich Eltern, Ehrenamtliche und Mitarbeiter zwecks Austausch und Planung.

Familiensamstag

Zusätzliche Samstagsöffnungszeit, die häufig auch von berufstätigen Eltern für einen gemeinsamen Besuch des Abenteuerspielplatzes genutzt wird. Bei schönem Wetter wird gemeinsam gegrillt u.a.m.

Teilnahme an Stadtfesten, Spielefest, Kindertrödel

Angeboten wird meist eine Bauaktion, eine Feuertonne mit Stockbrot und Kreatives.

Mobile Bauspielaktionen

Feststehendes Angebot der Stadt Mönchengladbach mit unterschiedlichen Standorten, z.B. „Bunter Garten“ mit abenteuerspielplatztypischen Angeboten (Bauen, Stockbrot).

 

Aktuelles

Zurzeit (2011) entsteht ein neues Betreuerhaus mit ca. 90 qm Nutzraum inklusive zwei Toilettenräumen und einem Technikraum. Während der kurzen notwendigen Schließzeit, in der das alte Betreuerhaus ab- und das neue aufgebaut wurde/wird, wird die die Zeit genutzt, um Verbesserungen und Renovierungen vorzunehmen sowie Vorzubereitungen für die künftige Arbeit zu treffen.

Die Burg wurde abgerissen. An dieser Stelle soll neben einem Leuchtturm bis zu den Sommerferien ein großes Schiff mit den Besuchern gebaut werden. Diese Bauwerke sollen – wie die Burg zuvor – einige Jahre als Kulisse für unterschiedliche Projekte  dienen.

Ein Baumhaus musste leider entfernt werden, da der Baum von einem Pilz befallen war und gefällt werden musste. Danach soll die Kletterlandschaft wieder vervollständigt werden.

An der Feuerstelle wird zurzeit die Wand, an der die Sitzelemente befestigt sind, erneuert.

Um die Materialien, die im alten Spielplatzhaus auf dem Dachboden Platz fanden (Material für Feste, Halloween-Dekoration, Weihnachtsschmuck, Spiele zum Austauschen usw.), unterbringen zu können, wird gerade ein Lager verbreitert und mit Regalen versehen.

Wie man sieht: Auf einem aktiven, kinder- und familiengerechten Abenteuerspielplatz gibt es wie immer viel zu tun!


Kontakt:

Abenteuerspielplatz Konzenstraße
Konzenstraße 76
41065 Mönchengladbach
02161/238 94

 

Wir haben die Vielfalt der Angebote und Möglichkeiten, die der Abenteuerspielplatz Konzenstraße in Mönchengladbach zu bieten hat, bewusst so plakativ dargestellt, um den Text nicht allzu sehr ausufern zu lassen. Wir wollten nicht unnötig kürzen, da dieses Beispiel eindrucksvoll belegt, welche Möglichkeiten ein Abenteuerspielplatz bietet. Präzise verfolgt der Platz die vom ABA Fachverband vertretenen Prämissen Bildung, Gesundheitsförderung und Familienunterstützung. Ein Besuch auf dem Platz überzeugt: Vorzufinden ist eine völlig angenehme und einnehmende Atmosphäre, die es schwer fallen lässt, den Platz irgendwann notgedrungen wieder zu verlassen. Der Abenteuerspielplatz Konzenstraße ist nach Meinung des ABA Fachverbandes eine der beachtlichsten Einrichtungen für Kinder im Grundschulalter und deren Familien am linken Niederrhein. Hier herrscht im besten Sinne Abenteuer pur! Ein eigener Besuch kann nur empfohlen werden, vor allem denjenigen, die selbst überlegen, wie man ein solches Konzept sinnvoll und mit dem erforderlichen Enthusiasmus umsetzen kann. Normalerweise gibt es für kommunale Einrichtungen nicht die Höchstzahl an Sternen, schon gar nicht bei einer – objektiv betrachtet – derart unzureichenden Personalsituation. In diesem Fall wird die Situation allein durch das Glück, eine „Überzeugungstäterin“ als Leiterin sowie engagierte freie Mitarbeiter(innen)/Honorarkräfte und Ehrenamtliche zur Verfügung zu haben, kompensiert. Eigentlich hätten wir nur vier Sterne vergeben dürfen. Die Nachhaltigkeit, mit der hier allerdings die Arbeit und die vorbildliche Umsetzung des Abenteuerspielplatzkonzeptes beobachtet werden kann, veranlasst uns, die Arbeit des Abenteuerspielplatzes Konzenstraße mit fünf (*****) Sternen auszuzeichnen!

ABA Fachverband (1. Juli 2011)

 

Seite eingerichtet: 1. Juli 2011 (de)

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22. Juli 2011

 

 

 

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