ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Januar 2011




Grafik: Daniel Fritsche, Dortmund

Aktuell im Januar 2011

Änderung Bundes-Immissionsschutzgesetz: Kinderlärm ist keine schädliche Umwelteinwirkung

Mit Datum vom 17. Dezember 2010 ist neben anderen der ABA Fachverband zu einer Verbändeanhörung eingeladen worden. Stellungnahmen sollen bis zum 12. Januar 2010 beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit abgeben werden. Vorgesehen ist, in den § 22 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes folgenden Absatz 1a einzufügen: „Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Ballspielplätzen, durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung. Bei der Beurteilung der Geräuscheinwirkungen dürfen Immissionsgrenz- und -richtwerte nicht herangezogen werden.“
Der ABA Fachverband hat dem Ministerium am 27. Dezember 2010 unter anderem mitgeteilt: „Mit diesem Vorhaben wird begrüßenswerterweise eine Forderung umgesetzt, die der ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereits seit etwa zehn Jahren erhebt.“

NRW-Kabinett stärkt Rechte von Kindern – Minister Remmel: Kinderlärm ist Zukunftsmusik

Nordrhein-Westfalen stellt gesetzlich klar, dass Lärm von Kindern grundsätzlich sozial adäquat ist. Der Beschluss des Kabinetts heute hat das Ziel, die Rechte von Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Erziehern zu stärken. „Kinderlärm ist Ausdruck von Lebensfreude und damit Bestandteil des Lebens. Wir wollen eine kindgerechte Gesellschaft – und die muss auch mit lautstarken Äußerungen von Kindern leben können. Das ist Zukunftsmusik“, sagte Umweltminister Johannes Remmel.
Der durch kindliches Spielen erzeugte Lärm hat in den vergangenen Jahren vereinzelt zu Klagen von Anwohnerinnen und Anwohnern geführt. Zwar ist die Rechtsprechung gegenüber „Kinderlärm“ sehr tolerant und akzeptiert, dass Kinder lauter sein dürfen als andere Geräuschquellen. Jetzt wird die bisherige Rechtsprechung aber im Landesrecht festgeschrieben. § 3 Absatz 4 des Landes-Immissionsschutzgesetz soll lauten: „Von Kindern ausgehende Geräusche sind notwendige Ausdrucksform kindlicher Entfaltung, die in der Regel als sozialadäquat zumutbar sind.“ Somit muss der Kläger im Streitfalle nachweisen, warum der Kinderlärm im konkreten Fall nicht hinnehmbar ist.
„Nordrhein-Westfalen hat mit dieser Gesetzesänderung seinen Beitrag für eine Stärkung der Kinderrechte geleistet. Jetzt muss die Bundesregierung nachziehen und die entsprechenden Bundesgesetze insbesondere in Bezug auf Kindertageseinrichtungen anpassen, damit Kinderrechte flächendeckend gestärkt werden“, forderte Remmel.
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW vom 21. Dezember 2010

Anmerkung des ABA Fachverbandes:
Die Forderung, einen solchen Passus in das Landesimmissionsschutzgesetz NRW aufzunehmen, hat der ABA Fachverband bereits vor etwa zehn Jahren erhoben. Fazit: Was lange währt, wird endlich gut!

Arbeitskreis Weiterbildung

Im vergangenen Jahr hat sich im ABA Fachverband ein Arbeitskreis Weiterbildung konstituiert. Hintergrund: Einerseits wurde eine Reihe von Ressourcen zusammengetragen, die in der Mitgliedschaft des Verbandes vorhanden sind, anderseits ist damit der Versuch verbunden, mögliche künftige Weiterbildungsveranstaltungen bedarfsorientiert zu planen. Dem Arbeitskreis gehören im Augenblick folgende Personen an (in Klammern jeweils mögliche Schwerpunkte): Christine Bargstedt, Dortmund (Projektschneiderei, Projektentwicklung), Marga Germaine, Datteln/Herne (Familienbildung in der Offenen Arbeit), Nicola Hengst-Gohlke, Mettmann (Spielräume, Spielraumpaten), Künstlergruppe Farbraum – Ingo Ross, Helene Ravn, Dortmund (Künstlerische Kurse), Sylvia Monzel, Münster (Stadt- und Raumplanung, Partizipation), Dr. Christiane Richard-Elsner, Düsseldorf (Freies Spielen im Freien), Dr. Henriette Schildberg, Bochum (Systemische Pädagogik, systemisches Arbeiten), Uta Schütte-Haermeyer, Dortmund (Moderation, Stadtteilmanagement) und Gaby Schwanke, Hagen (NLP, Konflikt- und Kommunikationskompetenzen). Sollten Sie Interesse an einem oder mehreren der genannten Themen haben, lassen Sie es uns wissen, damit wir in eine konkrete Planung einsteigen können. Die Vorhaben werden in Kürze auch im ABA-Netz (unter „Termine“ -> „Termine 2011“) zu finden sein. Wir beabsichtigen, dort eine neue Vorhaben-Seite einzurichten.

Angebot des ABA Fachverbandes: Schreinerarbeiten in der Offenen Arbeit

Ingo Struck, Schreiner aus Dortmund, hat sich im Zuge einer Ausschreibung des ABA Fachverbandes bei der Freiwilligenagentur Dortmund, beim Verband gemeldet. Er ist ausgebildeter Schreiner und verfügt über entsprechende Kompetenzen; ebenso hat er Lust, andere daran teilhaben zu lassen. Verbunden hiermit ist die Gelegenheit, die Fähigkeiten von pädagogischem Fachpersonal in den Einrichtungen zu erweitern. Dabei geht es um das Vermitteln von Grundkenntnissen in der Holzverarbeitung sowie über Holzarten und deren Anwendung. Dabei geht es beispielsweise um Hinweise in der Verwendung diverser Holzarten, benötigte Hilfsmittel u.a.m.
Denkbar ist die Organisation von Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Denkbar sind ebenso Gemeinschaftsprojekte, die mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam durchgeführt werden können. Neben praktischen Einweisungen in den Werkstoff Holz, dem Einsatz von Maschinen und Werkzeugen sollen auch theoretische Grundlagen erarbeitet werden. Neben Fort- und Weiterbildungsangeboten ist auch denkbar, dass Ingo Struck mit Einrichtungen im Rahmen von Projekten in der Kinder- und Jugendarbeit direkt zusammenarbeitet.
Um ein mögliches Interesse abklären zu können, bitten wir Interessierte darum, sich mit dem ABA Fachverband in Verbindung zu setzen (0231/985 20 53 oder 0179.211 04 73). Nach zustimmenden Rückmeldungen würden wir dies bei künftigen Planungen berücksichtigen.

Fotoausstellung „Geschichten von 1001 PS“

Nachdem wir im Dezember 2010 im i-Punkt erstmals das Thema „Sarrazin & Co.“ aufgegriffen haben, scheint es uns plausibel, den „Wind“, den wir erzeugen wollten, auf konstruktive Weise aufrechtzuerhalten. Insofern bot sich eine Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Fotografen Klaus H. Daams an. Er konzipierte die Ausstellung „Geschichten von 1001 PS“. Die Ausstellung besteht aus insgesamt 90 Fotos (50x70 cm, gerahmt; 10 Motive alternativ auch in 70x100 cm) und kann, abhängig von den verfügbaren Räumlichkeiten, auch in reduziertem Umfang gezeigt werden. Kern der Arbeit sind 59 bildjournalistische Portraits, die die Motorradfahrer und -fahrerinnen in ihrem individuellen Umfeld zeigen, zu Hause oder am Arbeitsplatz. Zu jedem Portrait gehört ergänzend eine kleinere Texttafel mit Vita und Erklärungen, sodass sich Bild und Text zu einem informativen Gesamteindruck verdichten. Die Ausstellung in Form einer Reportage zeigt viel „Normalität“ über die jüngere Generation türkischstämmiger Mitbürger und begreift sich als ein Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte; es handelt sich dabei um mehr als eine bloße Motorradgeschichte.
Die Frankfurter Rundschau vom 26. Juni 2010 berichtete zur Ausstellung, die im Sommer 2010 in Dortmund zu besichtigen war: „Es gibt die glatzköpfigen, mehr als kräftigen Männer darin, die drahtigen und die großkalibrigen, Kfz-Mechaniker, Lehrer, Fleischer und Fitnesstrainer, die Ringer und die Tätowierten, die jungen Familienväter und den 56-jährigen Taxifahrer. Vor allem aber: Es gibt Frauen. Da ist zum Beispiel Cigdem Aydinlioglu. Sie arbeitet in Köln bei der Gerichtshilfe für türkische Jugendliche. Zu ihrem vierzigsten Geburtstag schenkte ihr Mann ihr den Motarradführerschein und gleich ein Motorrad dazu. Dann durfte er mal bei ihr, seiner Ehefrau hinten drauf sitzen und kam auf den Geschmack. Er meldete sich auch zum Führerschein an. Heute sind sie beide unterwegs. Die 22-jährige Talan Gündogdu wurde in Viersen geboren, lebt in Hückelhoven. Sie hat das Fachabitur gemacht, eine Ausbildung als chemisch-technische Assistentin absolviert und lernt jetzt Altenpflegerin. Die junge Frau ist seit vier Jahren mit ihrem Motorrad unterwegs und hat mittlerweile dabei 20.000 Kilometer zurückgelegt. Nebenbei boxt Talan Gündogdu als einzige Frau unter lauter Männern in einem Fitnessstudio. Man blickt auf die Gesichter, die bunten Maschinen und man liest die Texte. Es gibt eine Biker-Gruppe, die nennt sich Turkish Sultans. ‚Nette Leute’, denkt man sich. ‚Es muss doch auch andere geben’, schießt einem plötzlich durch den Kopf. Wo sind die Bösen? Es gibt sie. Ganz sicher. Aber am breitesten machen sie sich doch in unseren Köpfen. Wer die Ausstellung gesehen hat, wer das Buch gelesen und angesehen hat, dem kommen türkische Biker nicht mehr exotisch vor. Das ist ein kleiner, aber sehr notwendiger Schritt. Der 39-jährige Zeki Kaman beispielsweise, lacht und sagt: ‚Ich bin der einzige Ausländer in meiner vierköpfigen Familie, muss immer aufpassen.’“
Sollten sie Interesse und die entsprechenden Räumlichkeiten haben, empfehlen wir einen Kontakt zum ABA Fachverband (über 0179.211 04 73). Denkbar ist auch, etwa in Form eines Projekts etwas Neues entstehen zu lassen. Seitens des ABA Fachverbandes haben wir entsprechende Planungen im Kopf und würden im Falle einer Konkretisierung darüber berichten. Vorschläge – etwa zu einer Reportage im Umfeld Ihrer Einrichtung – nehmen wir gern entgegen.

United We Change NRW: Ein Projekt der besonderen Art

Das internationale interaktive Musik-Medienprojekt für Integration und friedliches Miteinander „United We Change” wird in Nordrhein-Westfalen aktiv begleitet von dem Künstler und Mitinitiator Freeze4U. Das Projekt findet statt in Kooperation mit dem ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen. Es wird von weiteren Künstlern und Medienfachleuten zusätzlich unterstützt. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Neugierig geworden? Vorstehendes Logo anklicken!

„Verkaufsbörse“ im ABA-Netz

Seit ein paar Jahren gibt es im ABA-Netz die „Verkaufsbörse“. Hier sind Firmen zu finden, mit denen der ABA Fachverband Vereinbarungen mit dem Ziel getroffen hat, ABA-Mitglieder bei Einkäufen, Dienstleistungen usw. zu begünstigen. Bislang waren die Firmen im offenen Bereich (unter „Mitglieder- und Trägerservice“) zu finden. Einige der bis vor kurzem hier befindlichen Hinweise und Dokumente haben wir nunmehr in den mitgliederinternen Bereich überführt. Sollten Sie noch keinen Zugang haben, können Sie diesen per E-Mail anfordern. Eine für Sie möglicherweise neue Vereinbarung mit der Firma EuroPrice Consulting finden Sie im Nachfolgenden.

Kooperation mit EuroPrice Consulting: Optimierung der Einkaufskonditionen für ABA-Mitglieder

In Zeiten knapper Kassen kommt es auch bei den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit immer stärker darauf an, die Handlungsfähigkeit mit Blick auf die Zielgruppen sinnvoll zu erhalten, vielleicht sogar auszuweiten. Der ABA Fachverband hat vor diesem Hintergrund mit der Firma EuroPrice vereinbart, ABA-Mitglieder zu begünstigen. Ziel dabei ist es, Geld zu sparen und dennoch in der Lage zu sein, notwendige Investitionen zu tätigen.
EuroPrice ist darauf spezialisiert, Einsparpotenziale für in Institutionen benötigte Produkte, Dienst- und Bauleistungen aufzudecken, indem auf rein erfolgshonorierter Basis günstigere Einkaufskonditionen recherchiert werden.
Dies praktiziert EuroPrice, indem ABA-Mitglieder möglicherweise vorliegende Angebote sowie Lieferverträge daraufhin untersuchen lässt, ob es Alternativzulieferer gibt, die identische Produkte bzw. Dienstleistungen anbieten können; diese allerdings zu interessanteren Konditionen. Gerade dieser Aspekt dürfte in (Ein-)Sparzeiten bei den Trägern von herausragender Bedeutung sein. Bei der Beschaffung werden Qualitätsvorgaben und andere Spezifikationen genauestens beachtet. Es handelt sich also nicht um den Gang in einen Schnäppchenmarkt.
Die Erfolgsquote von EuroPrice liegt derzeit (2010) bei 86 Prozent, das heißt, in 86 von 100 Aufträgen konnten in der Vergangenheit mittels entsprechender Marktanalysen Alternativzulieferer gefunden und somit bessere Einkaufskonditionen für die Kunden erzielt werden.
Die Inanspruchnahme der Dienstleistung von EuroPrice ist de facto kostenfrei. Nur im Erfolgsfall wird ein Drittel der einsparbaren Summe als Honorar erhoben. Die verbleibenden zwei Drittel bleiben als Reingewinn bzw. Ersparnis beim Kunden. Die Ergebnisse können in der Regel im Tagesgeschäft direkt umgesetzt werden.
ABA-Mitglieder legen der Fa. EuroPrice eine Kopie ihrer Mitgliedsbescheinigung vor. Alle weiteren Anliegen werden direkt mit der Firma geklärt.
Bislang arbeitet die Firma EuroPrice in erster Linie mit Wirtschaftsunternehmen zusammen. Gemeinsam mit EuroPrice haben wir uns überlegt, das System der Einkaufsoptimierung auch auf gemeinnützige Träger zu erweitern und hoffen, dass diese – sofern Mitglied im ABA Fachverband – ebenso davon profitieren können. Rückmeldungen über Erfolge nehmen wir gern entgegen; ebenso interessieren uns eventuell anzumerkende Kritikpunkte, um die Kooperation zwischen EuroPrice und dem ABA Fachverband bzw. seinen Mitgliedern zu verbessern.
Mehr zum Thema im mitgliederinternen ABA-Netz.

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 1. Februar 2011

 

 

ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.| Clarenberg 24 | D-44263 Dortmund | e-mail: ABA@ABA-Fachverband.org